Impactmaker Jessy Lee Kemmers: „Wir nähern uns immer mehr einem vollständig kreislaufwirtschaftlichen System für unsere Verpackungen“
25. März 2026
Gemeinsam mit Unternehmern bauen wir an einer nachhaltigen Zukunft, in der Blumen und Pflanzen unter Achtung von Mensch und Umwelt angebaut werden. Auch Transportverpackungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Jessy Lee Kemmers, Managerin für Sortiment & Erträge im Bereich Logistikmittel, berichtet, welche Schritte Royal FloraHolland in diesem Bereich unternimmt.
Die beigen Blumeneimer – wer kennt sie nicht? Man sieht sie an vielen Orten, an denen Blumen verkauft werden – vom Marktstand bis zum Blumenladen. Mehr als 90 % der Blumen, die wir über Royal FloraHolland handeln, werden in diesen Eimern transportiert. „Wir verwenden sie bereits seit den 1980er Jahren“, erzählt Jessy Lee Kemmers. Die Blumenkübel, die mehrfach verwendet werden, halten unter anderem dank des Pfandsystems schon so lange. Der Gärtner zahlt bei der Abholung der Kübel ein Pfand und erhält den Betrag zurück, wenn diese mit Blumen darin über Royal FloraHolland verkauft werden. Danach zahlt der Käufer der Blumen ein Pfand für die Mehrwegverpackung und erhält dieses bei Rückgabe wieder zurück.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Robustheit. „Die Blumeneimer sind fast unzerstörbar, manche sind schon seit 1983 im Umlauf“, so Jessy Lee. Auch die Sorge um die Erhaltung der Qualität der Eimer spielt eine Rolle. „Royal FloraHolland verfügt über eine eigene Waschanlage. Da wir die Eimer nach ihrer Rückgabe gründlich reinigen, haben Krankheiten keine Chance und die Blumen halten lange. Sollte doch einmal einer kaputtgehen, verwenden wir den alten Eimer als Rohstoff für neue Eimer. Etwa 20 % eines neuen Eimers bestehen aus recyceltem Material. Gemäß der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR, die EU-Verordnung für Verpackungen und Verpackungsabfälle als Teil des Green Deal, Anm. d. Red.) müssen es bis 2030 35 % sein. Daran arbeiten wir intensiv, indem wir neue Initiativen entwickeln und unterstützen und unsere IT-Systeme entsprechend anpassen. Wir nähern uns immer mehr einem vollständig kreislaufwirtschaftlichen System für Transportverpackungen.“
Standardisierung: effizient und nachhaltig
Nachhaltigkeit spielt bei Royal FloraHolland eine wichtige Rolle, auch bei den Verpackungen. Dabei ist Standardisierung entscheidend. Da wir bei den Fässern einheitliche (Grund-)Maße verwenden, können Ladungsträger wie der Stapelwagen und CC-Container optimal genutzt werden. „Das führt zu einer effizienteren Lieferkette“, sagt Jessy Lee. „Am liebsten möchten wir die Anzahl der Transportverpackungen noch weiter reduzieren und standardisieren. Gemeinsam mit Gärtnern, Käufern, unseren Lieferanten und anderen Kettenpartnern arbeiten wir daher kontinuierlich daran, unsere Logistikmittel noch nachhaltiger zu gestalten.“
Ein gutes Beispiel ist der kürzlich eingeführte Blumenkübel Fc555. Bei diesem neuen Kübel ist weder ein Einweg-Kartonkragen noch ein wiederverwendbarer Aufsatz Fc596 mehr erforderlich. Das spart Verpackungskosten, aber auch Handhabungsaufwand in der Gärtnerei, beim Käufer und weiter unten in der Lieferkette. „Damit erreichen wir eine Reduzierung von 250.000 Kilogramm Karton pro Jahr. Und das allein bei der Produktgruppe Gerbera, die im Frühjahr 2026 mit diesem neuen Eimer startet. Ganz zu schweigen davon, was wir einsparen, wenn später auch andere Produktgruppen diesen neuen Eimer nutzen.“
Nicht vorschreiben, sondern zusammenarbeiten
Laut Jessy Lee sind die Gärtner und Käufer offen für mehr Nachhaltigkeit. „Es ist jedoch wichtig, dass wir von Royal FloraHolland ihre Bedürfnisse genau erfassen. Wenn wir von oben etwas vorschreiben, das nicht den Bedürfnissen des Marktes entspricht, ist eine solche Initiative zum Scheitern verurteilt. Nachhaltigkeit müssen wir gemeinsam angehen. Manchmal werden wir dabei durch die Gesetzgebung gezwungen, wie zum Beispiel durch die PPWR. Das kann helfen, die Gärtner und Käufer mit ins Boot zu holen. Aber am liebsten sind wir der Gesetzgebung einen Schritt voraus und setzen auf Nachhaltigkeit aus innerer Motivation heraus. Dabei muss es natürlich auch wirtschaftlich interessant für Unternehmer sein.“
Es ist schwierig, Einweg-Pflanzentrays durch Mehrweg-Pflanzentrays zu ersetzen. Ein Nachteil von Mehrweg-Pflanzentrays ist beispielsweise, dass Verbraucher diese eigentlich nicht mit nach Hause nehmen sollten. Es dauert dann zu lange, bis sie wieder verwendet werden können, wodurch eigentlich zu viele Mehrweg-Trays benötigt werden. „Und es ist auch fraglich, ob es wirklich nachhaltiger ist, wenn man alle zusätzlichen Transportbewegungen mit einberechnet. Als Royal Flora Holland wollen wir eine führende Rolle bei nachhaltigen Lösungen spielen. Deshalb beteiligen wir uns auch am Euro Plant Tray.“ Dies ist eine Initiative rund um wiederverwendbare Pflanztrays, an der Partien aus allen Gliedern der europäischen Zierpflanzenkette beteiligt sind.
Teilen Sie Ihre Nachhaltigkeitsinitiative!
Jessy Lee schließt mit einem Aufruf an alle Parteien im Zierpflanzensektor: „Haben Sie eine interessante Initiative im Bereich Nachhaltigkeit in Verbindung mit logistischen Mitteln? Kommen Sie auf uns zu! Wir sind offen für Kooperationen und Initiativen, die den Sektor nachhaltiger machen und voranbringen. Dabei denken wir gerne gemeinsam mit den Gärtnern und Käufern mit. Das Gleiche gilt für die PPWR-Vorschriften. Wir helfen Ihnen gerne, sich im Dschungel neuer Gesetze und Vorschriften zurechtzufinden. So haben wir in Zusammenarbeit mit dem VGB (Verband der Großhändler für Blumenzuchtprodukte) eine Website erstellt, auf der Sie alles finden, was Sie über PPWR im Zusammenhang mit dem Zierpflanzenanbau wissen müssen. Damit wir gemeinsam den Sektor auf sinnvolle Weise nachhaltiger gestalten und echte Wirkung erzielen können.“
Weitere Informationen zur PPWR
Die Verpackungsverordnung (PPWR) ist eine europäische Rechtsvorschrift, die darauf abzielt, Verpackungsabfälle in der Europäischen Union drastisch zu reduzieren. In der Zierpflanzenbranche erfordert dies eine klare Rollenverteilung, bessere Datenströme und nachhaltigere Verpackungsentscheidungen. Die VGB und Royal FloraHolland arbeiten gemeinsam daran, die Interessen der Gärtner und Käufer zu vertreten. Lesen Sie hier, was das für Sie bedeutet.
„Impactmakers“ ist eine Serie von Royal FloraHolland, in der wir Unternehmer zu Wort kommen lassen, die mit Weitblick und Mut die Branche nachhaltiger gestalten. Von großen Schritten bis hin zu kleinen Verbesserungen: Gemeinsam bauen wir an einer Zukunft, in der Blumen und Pflanzen mit Respekt für Mensch und Umwelt angebaut werden. Lesen Sie hier alle Geschichten unserer Impactmakers.
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