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Gemeinsam cyberresilient: Bei Levoplant hat die Cybersicherheit oberste Priorität

18. August 2026

L2 A7452 6197 06 26 RFH Fotografie Cyberweerbaarheid 004

Digitale Sicherheit – daran führt kein Weg vorbei. Der Zierpflanzensektor sieht sich immer häufiger mit Cybervorfällen konfrontiert. Es geht fast nicht mehr um die Frage, ob man davon betroffen ist, sondern wann. Deshalb ist es wichtig, dass Gärtner und Käufer – und damit die gesamte Branche – widerstandsfähiger gegen Cybervorfälle werden. In der Reihe „Gemeinsam cyberresilient“ erzählen Gärtner und Käufer, wie sie mit Cybersicherheit umgehen. Diesmal ist der Orchideenzüchter Levoplant aus Honselersdijk an der Reihe. 

„Nein“, sagt Ron Fransen, „von IT habe ich wirklich keine Ahnung.“ Aber den Geschäftsführer und Miteigentümer von Levoplant interessiert das schon. Und er versteht, dass die Digitalisierung immer wichtiger wird. Und deshalb investiert er in Maschinen und technische Lösungen, welche die tägliche Arbeit erleichtern. Aber auch in digitale Systeme. „Wir gehören zum Beispiel zur Spitzengruppe von Floriday“, sagt Ron, der sich bewusst ist, dass ein Erzeuger heutzutage auch gute IT-Fachleute brauchen muss.  

IT-Architekt und -Koordinator Emile Aleman ist schon seit acht Jahren dabei. „Jeder IT-Mitarbeiter, der im Zierpflanzensektor arbeitet, möchte Vorreiter sein und so viel wie möglich zur Digitalisierung beitragen. Aber dafür braucht man eine Geschäftsführung, die das mitmacht. Bei Levoplant ist das so“, sagt Emile. „Wir sind schon ziemlich weit gekommen, aber an unserem neuen Standort wird bald alles total Hightech sein. Dort kommunizieren alle Systeme miteinander und tauschen Daten aus. Das bietet riesige Chancen, birgt aber auch Gefahren.“ 

Die Bedeutung der Netzwerksegmentierung  

Levoplant nimmt die Cybersicherheit sehr ernst. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), strenge Passwortrichtlinien und ein obligatorisches E-Learning-Programm für Mitarbeiter zum Thema Cybersicherheit gehören schon seit Jahren zum Standard. Für Unternehmensdaten auf Mobilgeräten gilt eine spezielle App-Sicherheitsrichtlinie; so muss ein Gerät strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen, wenn ein Mitarbeiter seine Unternehmens-E-Mails auf seinem Handy abrufen möchte. Ein Buchhaltungsprogramm überprüft Rechnungen und Bankkontonummern automatisch, um Fehlzahlungen zu vermeiden. 

Außerdem hat Levoplant eine Netzwerksegmentierung durchgeführt. Emile: „Indem wir Systeme isolieren, machen wir sie weniger anfällig. Wenn irgendwo etwas schiefgeht, dann sind andere Netzwerke nicht direkt gefährdet. Darüber treffen wir klare Vereinbarungen mit den Lieferanten: Welche Verbindung wird benötigt und wie ist sie gesichert? Nicht alle Erzeuger kennen sich damit gleichermaßen gut aus. So hatten wir zum Beispiel mal eine Diskussion mit einem Lieferanten, der über keine 2FA verfügte. Für sie ist das nicht so wichtig, während für uns der Schaden enorm sein kann, wenn Systeme oder Prozesse ausfallen. Wenn wir nicht kühlen können, haben wir ein riesiges Problem.“ 

Ab 2027 kommen auf Unternehmen, welche die Aufzucht in Glasgewächshäusern automatisieren, zusätzliche Verpflichtungen aufgrund europäischer Gesetze und Vorschriften zu. Bei Levoplant wird das als gemeinsame Aufgabe angesehen. „Wir wollen die Lieferanten bei diesem Prozess unterstützen. Deshalb überlegen wir gemeinsam mit unserem IT-Partner Yielder, wie wir hier mitdenken und konkrete Lösungen anbieten können, damit unsere Lieferanten für die Zukunft gerüstet sind und Raum für Innovationen bleibt.“ 

Alarm schlagen 

Während Ron früher dachte: „Was gibt es bei uns denn schon für Cyberkriminelle zu holen?“, weiß er inzwischen, dass auch sein Unternehmen ein interessantes Ziel ist. In seinem Namen wurden schon mal Phishing-E-Mails verschickt, sogar auf Polnisch an polnische Geschäftspartner. Außerdem kursierten WhatsApp-Nachrichten mit seinem Namen und seinem Foto, die wahrscheinlich von LinkedIn stammten. „Cyberkriminelle werden immer raffinierter, und KI hilft ihnen dabei. Genau deshalb wird die menschliche Intuition immer wichtiger: Ist es richtig, dass ich diese E-Mail oder diese Nachricht bekomme, oder sollte ich Alarm schlagen?“, sagt Emile.  

Levoplant hat im April dieses Jahres Alarm geschlagen, als ein Phishing-Angriff einen Teil des Zierpflanzensektors traf. Der Erzeuger aus Honselersdijk war der Erste, der den Vorfall beim Zentrum für Cyber-Resilienz Greenport gemeldet hat, dessen Mitinitiator Royal FloraHolland ist. Emile: „Wir haben gehört, dass einer unserer Kunden betroffen war. Und danach auch Ter Laak Orchios. Unsere Vertriebsabteilung hat diese Phishing-E-Mails auch bekommen. Unsere Kollegen trauten diesen nicht sehr, also haben sie nirgendwo draufgeklickt. Unser Kollege Frank van Holsteijn hat bei Plantform und dem Zentrum für Cyber-Resilienz Alarm geschlagen. Auch deshalb wurde bei Royal FloraHolland schnell ein Koordinationsteam eingerichtet, um Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem haben wir andere Unternehmen informiert. Auch dank des schnellen und kompetenten Handelns von Ter Laak Orchios blieb der Schaden begrenzt.“ 

Gemeinsam die Branche widerstandsfähiger machen 

Laut Emile zeigt dieser Vorfall, wie wichtig die Zusammenarbeit innerhalb der Branche ist. „Das muss man gemeinsam angehen, denn man sitzt gemeinsam im selben Boot. Indem man so schnell wie möglich handelt, hilft man anderen Unternehmen, sich selbst und der Branche. Auch, weil wir als Branche in diesem Bereich noch relativ unerfahren sind. Kriminelle wissen das auch und betrachten den Zierpflanzensektor daher als interessantes Ziel. In diesem Zusammenhang ist es gut, dass wir unter anderem über das Zentrum für Cyber-Resilienz miteinander in Kontakt treten und Erfahrungen und Ratschläge austauschen. So machen wir die Branche widerstandsfähiger.“ 

Ron: „Es ist gut, dass Royal FloraHolland hier die Führung übernimmt – sowohl als Mitinitiator des Zentrums für Cyber-Resilienz als auch mit dem kostenlosen Cyberabonnement. Wir bei Levoplant sind ein großes Unternehmen, das über die Mittel verfügt, um in Mitarbeiter und Ressourcen zu investieren. Für Kleinerzeuger ist das schwieriger. Sie brauchen dabei Unterstützung. Ein nächster Schritt ist, dass Cybersicherheit auch Teil der MPS-Zertifizierung wird. Denn digitale Sicherheit und Cyber-Resilienz sind einfach unglaublich wichtig für die gesamte Branche.“  

Möchten Sie nach der Lektüre dieses Interviews mehr über Cyber-Resilienz erfahren und/oder sich kostenlos für das RFH-Cyber-Abonnement anmelden? Dann besuchen Sie www.cwgreenport.nl/royalfloraholland.