Standardisierte Methode zur Berechnung des Umwelt-Fußabdrucks bietet Chancen

28. Februar 2022
Nachhaltigkeit
International
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Welcher Hersteller oder welches Erzeugnis ist besser für die Umwelt? Das ist die Frage, die immer mehr Einzelhändler und Verbraucher in Europa beschäftigt. Derzeit gibt es noch keine von der EU anerkannte, standardisierte Methode zum Messen des Umwelt-Fußabdrucks. Mit der Einführung der FloriPEFCR (Flori Product Environmental Footprint Category Rules) ändert sich das bald.

Im Nachgang zu dem 2020 vorgestellten Bericht „Hortifootprint Category Rules“ hat ein Konsortium diverser Unternehmen, darunter auch Wageningen University & Research und Royal FloraHolland, europäische Regeln zur Berechnung des Umwelt-Fußabdrucks von Zierpflanzenprodukten erarbeitet, die FloriPEFCR.

Was bedeutet FloriPEFCR?

Der Product Environmental Footprint (PEF) ist eine auf dem Life Cycle Assessment (LCA) basierende Methode und enthält eindeutige Standard-Rechenregeln für 16 Impact-Kategorien zur Berechnung des Umwelt-Fußabdrucks. Für jede Produktkategorie wurden spezifische Rechenregeln erarbeitet, zum Beispiel für den Umwelteffekt der Produktion auf das Klima, die Landnutzung und den Verbrauch von Hilfsmitteln. Diese Methode erfasst die Umwelteffekte einer Einheit eines Produkts von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum Ende der Lebensdauer des Produkts. Es ist zu erwarten, dass der PEF die Referenzmethode wird, die auch die EU-Kommission nutzen wird.

Zielsetzung der FloriPEFCR

Ziel der FloriPEFCR ist es, eine Basis für verifizierte und zuverlässige Nachhaltigkeitsclaims zu bieten und ein Greenwashing von Unternehmen zu vermeiden. Sie sorgen für zuverlässige Regeln, vergleichbare Ergebnisse und fairen Wettbewerb. Denn ein Vergleich ist ja nur möglich, wenn die Ergebnisse auf denselben Rechenregeln beruhen. Also wenn Äpfel mit Äpfeln verglichen werden und nicht mit Birnen. Die FloriPEFCR ermöglichen einen ehrlichen, systematischen Vergleich zwischen verschiedenen Schnittblumen und verschiedenen Topfpflanzen.

Punktwert ist beim Einkauf sichtbar

Das durch das Projekt angestrebte Ergebnis ist ein vollständig EU-anerkannter FloriPEFCR für Schnittblumen und Topfpflanzen, dessen Veröffentlichung Anfang 2023 erwartet wird. Die Entwicklung einer Standardmethodik hilft der Zierpflanzenbranche, ihre aktuellen Bemühungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit zu konkretisieren. Sie hilft den Betrieben, innerhalb ihrer Zulieferketten Einsicht in die Umwelteffekte zu bekommen und herauszufinden, wie diese verbessert werden können. Ist dann ein FloriPEFCR-Punktwert für jedes Produkt ermittelt worden, besteht auch die Möglichkeit, ihn für Verbraucher während des Einkaufsvorgangs einfach sichtbar zu machen, beispielsweise auf dem Etikett. Denn Nachhaltigkeit ist besonders für Verbraucher ein schwieriger und abstrakter Begriff. Daher ist es notwendig, den Nachhaltigkeitsgrad von Produkten anzugeben. Ansonsten ist es für Verbraucher schwierig, ein nachhaltiges Produkt bewusst gegenüber einem nicht-nachhaltigen zu bevorzugen.

Ihre Chancen mit FloriPEFCR

Das Berechnen eines Umwelt-Fußabdrucks beginnt mit dem Erfassen von Daten. Diese betreffen u. a. die Nutzung von Ausgangsmaterialien, das Substrat, den Pflanzenschutz, die Energie und auch die Auslieferung an den Kunden. Die Ergebnisse bilden einen Ausgangspunkt, Erkenntnisse über den Umwelt-Fußabdruck Ihres Produkts zu gewinnen. Sie sorgen aber nicht nur für ein geschärftes Bewusstsein, sondern zeigen auch, welche Verbesserungsmöglichkeiten es noch gibt. Denn Prozesse nachhaltiger zu machen, kann ja auch Geld sparen. Ein eigener „Klimapunktwert“ bietet Ihnen auch die Chance, sich besser vom Wettbewerb abzuheben.

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