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Warum Sie Blumen bedenkenlos kaufen können

3. Februar 2026

Hyacinth

Menschen verschenken oder erhalten gerne Blumen. Blumen verschönern den Tag, erhellen Ihr Zuhause, Ihren Arbeitsplatz und Ihr Lebensumfeld, bringen die Natur ins Haus und drücken in wichtigen Momenten des Lebens Gefühle aus, für die Worte nicht ausreichen. Aber können Sie noch mit gutem Gewissen Blumen kaufen, nachdem Untersuchungen ergeben haben, dass diese möglicherweise Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten?

Zunächst einmal möchten wir als Zierpflanzenbranche betonen, dass wir die Gesundheit und den Schutz von Mensch, Tier und Umwelt an erste Stelle setzen. Nicht umsonst bemühen sich die Züchter, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel auf ein Minimum zu beschränken. Dies geschieht durch die Methode des integrierten Pflanzenschutzes oder Integrated Pest Management (IPM). Dabei prüfen sie zunächst, was getan werden kann, um Krankheiten und Schädlinge überhaupt zu verhindern. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung robusterer Blumensorten, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge sind.

Kommt es dennoch zu einem Befall, setzen die Züchter biologische Bekämpfungsmittel wie Schlupfwespen und Raubmilben ein, um schädliche Insekten zu bekämpfen. Außerdem setzen sie grüne (biologische) Mittel und technische Lösungen ein. Letzteres umfasst beispielsweise das Anbringen von Insektengittern an den Gewächshausfenstern, um Schädlinge fernzuhalten, den Einsatz von Drohnen, die bestimmte Schädlinge frühzeitig erkennen und bekämpfen können, oder die Verwendung von Infrarotlicht zur Bekämpfung von Pilzen. Erst wenn all dies nicht hilft, wenden die Züchter als letztes Mittel punktuell Pflanzenschutzmittel an.

Extrem geringe Konzentrationen

Dass dennoch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf Blumen zu finden sind, liegt unter anderem daran, dass die Labortechniken immer ausgefeilter werden. Dadurch lassen sich, vereinfacht gesagt, immer geringere Konzentrationen nachweisen. Dies gilt auch für die gefundenen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln: Es handelt sich dabei um extrem geringe Konzentrationen, die laut Untersuchungen des Kollegium für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden (Ctgb) und anderer Forschungseinrichtungen kein Gesundheitsrisiko darstellen. Pflanzenschutzmittel müssen nämlich sehr strenge Sicherheitsanforderungen der Zulassungsbehörden erfüllen, also der offiziellen Stellen, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen entscheiden, ob ein Stoff zugelassen wird oder nicht. Weltweit gilt dafür derselbe Grundsatz: Ein Mittel muss wirksam und gleichzeitig sicher für Mensch, Tier und Umwelt sein. Pflanzenschutzmittel dürfen kein Risiko für Verbraucher darstellen, auch nicht bei normaler Verwendung von Blumen im Haushalt (z. B. beim Berühren oder Riechen von Blumen).

Welche Mittel in einer Kultur erforderlich sind, kann von Land zu Land unterschiedlich sein und hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören das Klima, die Anbausysteme und der Krankheits- und Schädlingsdruck. In Europa gibt es beispielsweise andere Krankheiten und Schädlinge als auf anderen Kontinenten. Auch zwischen den Niederlanden und den südeuropäischen Ländern gibt es Unterschiede. Daher entscheidet letztendlich die lokale Zulassungsbehörde, welche Pflanzenschutzmittel zugelassen werden.

Keine Gesundheitsrisiken

Verbraucher können also beruhigt Blumen kaufen. Das geht auch aus der RIVM-Studie im NVWA-Bericht über importierte Rosen hervor, der am 21. Januar veröffentlicht wurde. In ihrer Stellungnahme kommt die NVWA zu dem Schluss, dass beim Berühren der Blumen beim Kauf und beim Einstellen in die Vase keine Gesundheitsrisiken zu erwarten sind.

Sicheres Arbeiten mit Blumen

Bei Menschen, die täglich viel und lange (acht Stunden pro Tag) mit Schnittblumen arbeiten, können laut NVWA mögliche Gesundheitsrisiken auftreten. Für diese Mitarbeiter gelten daher vorsorglich zusätzliche Empfehlungen. Dies betrifft beispielsweise Mitarbeiter von Floristen und Blumenbindereien, die Blumensträuße binden und dabei den ganzen Tag lang Schnittblumen in den Händen halten. Ihnen wird empfohlen, Handschuhe aus Nitrilkautschuk und langärmelige Kleidung zu tragen. Auf diese Weise können sie sicher arbeiten. Viele Mitarbeiter von Blumenauktionen und Handelsunternehmen arbeiten ebenfalls täglich mit Blumen, aber in ihrem Fall sind die Blumen in Hüllen und Verpackungen verpackt, sodass sie nicht direkt mit den Blumen in Kontakt kommen.

Sehr strenge Vorschriften

In den Gärtnereien gelten sehr strenge Vorschriften für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sowohl während als auch nach dem Sprühen. Damit soll die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter und Verbraucher gewährleistet werden. So dürfen Pflanzenschutzmittel nur von Mitarbeitern eingesetzt werden, die dafür speziell geschult sind. In vielen Fällen erfolgt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vollautomatisch. Befinden sich dennoch Personen im Gewächshaus, müssen sie persönliche Schutzausrüstung wie eine Vollgesichtsmaske und Schutzkleidung tragen.

Lesen Sie hier weitere Fakten und Zahlen zum Zierpflanzenbau.

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