Kolumne der Geschäftsführung: Internationale Gärtner und Käufer verstärken unseren Marktplatz

23. Februar 2022
International
Fred van Tol
In dieser Artikelreihe haben die Geschäftsführung und die Manager von Royal FloraHolland das Wort. Nach zwei Jahren Corona öffnet sich die Welt wieder ein Stück weit. Fred van Tol (Manager International Sales & Accountmanagement) beobachtet, dass die Zierpflanzenproduktion außerhalb der Niederlande und die weltweite Nachfrage nach Zierpflanzenprodukten immer weiter zunimmt. „Und dieses internationale Wachstum merkt man auch auf unserem Marktplatz.”
Für viele von uns war die Welt in den letzten zwei Jahren kleiner als in den Jahren zuvor. Durch die Corona-Maßnahmen und die damit verbundenen Restriktionen haben wir uns mehr als je zuvor in unserer eigenen Umgebung bewegt. Aber die Welt steht nicht still. Ich beobachte, dass die Zierpflanzenproduktion außerhalb der Niederlande, aber auch die weltweite Nachfrage nach Zierpflanzenprodukten weiter zunimmt, wobei Asien und der Mittlere Osten wichtige Wachstumsmärkte sind. Dieses internationale Wachstum merkt man auch auf unserem Marktplatz.

Floriday

Als Absatzgenossenschaft bemühen wir uns schon immer um eine optimale Preisbildung. In der modernen, digitalen Welt lässt sich das nur erreichen, indem man eine neutrale, digitale Plattform organisiert. In unserem Fall ist das Floriday, das diverse Möglichkeiten für den Absatz von Produkten bietet (darunter die Uhr). Jeder Gärtner kann sich auf der Plattform individuell präsentieren, und für den Exporteur oder internationalen Käufer bietet sie mehr Auswahl. Wir sorgen dafür, dass in Floriday stets vollständig transparent ist, welches Produkt in welcher Qualität und mit welchem Nachhaltigkeitszertifikat zu welchen Bedingungen angeboten wird. Der Gärtner hat dabei selbst das Heft in der Hand. Das ist die beste Garantie für eine optimale Preisbildung.

Wir beobachten, dass der Anteil ausländischer Zierpflanzenprodukte auf dem Marktplatz schon seit Jahren zunimmt. Zuerst durch die lokalen Produzenten in Israel, die sich entschieden hatten, ihre Produkte auf den niederländischen Marktplätzen abzusetzen. Dann stiegen diese Anlieferungen durch das Wachstum in Produktionsregionen in Äquatornähe, zum Beispiel in Ostafrika, auch durch das Zutun niederländischer Vorreiter, die die Chance erkannt hatten, dort unter günstigen Bedingungen zu produzieren. Auch hierdurch haben wir eine starke Zunahme der Zahl internationaler Käufer gesehen, was einen Anstieg der Kaufkraft im Fernkauf-Absatz an der Uhr zur Folge hatte. Um auch in Zukunft ein attraktiver, digitaler Marktplatz zu bleiben, ist es notwendig, ein breites und tief gestaffeltes Sortiment anzubieten, das der Nachfrage von Käufern im In- und Ausland optimal entspricht. Neben den Rosen sind auch Gypsophila und Chamelaucium eine Bereicherung unseres Sortiments, um nur zwei Arten zu nennen.

Grenzen verlieren an Bedeutung

Die Branche digitalisiert sich in schnellem Tempo und gewinnt dabei Einblicke in die weltweiten Entwicklungen. Auch auf dem Gebiet der Zierpflanzenproduktion. Die Gärtner setzen ihre Produkte immer häufiger im direkten Handel ab, wobei Nachhaltigkeit ein nicht mehr weg zu denkender Trend ist. Unsere internationalen Mitglieder stellen sich sehr aktiv darauf ein. Viele Käufer, vor allem größere Einzelhändler, stellen in diesem Bereich hohe Anforderungen. Sowohl auf der Gärtner- als auch auf der Käuferseite findet eine Konsolidierung statt, d. h. die Betriebe werden durch Übernahmen oder Zusammenschlüsse größer. Das bedeutet auch, dass sich diese Betriebe gezwungenermaßen auf weltweite Entwicklungen einstellen, wodurch die nationalen Grenzen noch stärker als bisher an Bedeutung verlieren.

Die Produktion wird auf verschiedene Kontinente verteilt, um das ganze Jahr über ein attraktiver Lieferant zu sein und zum geforderten Zeitpunkt stets das optimale Angebot bieten zu können. Die Internationalisierung ist auch an der starken Zunahme von Handelsströmen zu spüren, die überall auf der Welt direkt aus dem Produktions- in das Zielland gelangen.

Die Stärke des Kollektivs

Mit unseren heute angebotenen Dienstleistungen sind wir in der Lage, einen wichtigen Teil des internationalen Angebots an unseren Marktplatz zu binden. Trotz der Einschränkungen zum Beispiel durch knappe Transportkapazitäten beobachten wir ein Wachstum der internationalen Volumina, die über unseren Marktplatz abgesetzt werden. Derzeit stammen 17 % der auf den Marktplatz angelieferten Zierpflanzenprodukte von internationalen Erzeugern. An der Uhr beträgt dieser Anteil sogar 28 %. Und 24 % der internationalen Transaktionen im Direkthandel werden inzwischen über Floriday abgewickelt. Damit wir uns auch in Zukunft erfolgreich auf dem weltweiten Markt betätigen können, entwickeln wir außerdem neue und ergänzende internationale Serviceleistungen auf den Gebieten Bestellen, Bezahlen und Liefern, die die Gärtner so gut wie möglich bei ihren Geschäftsmodellen unterstützen sollen. So sind zum Beispiel heute auch Zahlungen in US-Dollar möglich.

Ich bin überzeugt, dass die Stärke des Marktplatzes durch das Engagement des Erzeugerkollektivs bestimmt wird, das daran mitarbeitet und den Marktplatz auch nutzt. Unsere internationale Strategie zielt darauf ab, dieses Kollektiv in seiner Breite und Tiefe zu verstärken. Das führt zu einer höheren Nachfrage und optimalen Preisen, und es entspricht in jeder Hinsicht den Motiven, aus denen einige Gärtner vor über hundert Jahren unsere Genossenschaft gegründet haben, um mit der Uhr als einzigartigem Absatzinstrument zu arbeiten.

Fred van Tol
Manager International Sales & Account Management

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