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Stolk Brothers: 'Wir machen schöne Produkte, und das ist durchaus nachhaltig möglich'

29. Januar 2024

TOP pieterstolk
Stolk Brothers ist Finalist für den Tuinbouw Ondernemersprijs, ein Horticultural Business Award. Das allein ist schon ein Podium wert. Für dieses Unternehmen ist Nachhaltigkeit kein Modewort: Die Sorge um den Planeten liegt in der DNA des Unternehmens. Miteigentümer Pieter Stolk (rechts im Bild) spricht in diesem Interview darüber.

'Es kann wirklich anders sein'
"Ein großer Moment: Letztes Jahr haben wir unsere ersten torffrei gezogenen Anthurien an Gartencenter und Floristen geliefert. Und wie sich herausstellte, haben sie überhaupt nichts bemerkt! Das ist ein großes Kompliment. Wir legen die Messlatte für unsere Kunden (und uns selbst) hoch: Wir wollen nur das Beste. Und das kann sehr wohl torffrei sein.

Wir experimentieren schon seit Jahren mit dieser Art des Anbaus. Erst als wir unsere gesamte Produktion torffrei hatten - die Anzucht von Anthurien dauert relativ lange -, haben wir darüber kommuniziert. Es war schön zu sehen, dass die Kunden keinen Qualitätsunterschied bemerkten. Für mich ist das ein perfektes Beispiel dafür, dass man es auch anders machen kann.
Der rote Faden im Gesamtbild
Nachhaltigkeit liegt den Gebrüdern Stolk im Blut. Es begann vor über 30 Jahren, als mein Vater sehr krank wurde. Er litt an einem schweren Ekzem. Für den Arzt war klar: Das lag an der Verwendung von chemischen Pestiziden. Mein Vater stellte auf Bio-Pestizide um; er hatte keine andere Wahl. Aber es war auch der erste Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Damals galt der Einsatz von Bio-Pestiziden noch als etwas für Spinnerinnen und Spinner. Aber ich - noch ein Kind - wusste es nicht besser. Ich bin mit nachhaltiger Landwirtschaft auf die Gärtnerei aufgewachsen. Dazu gehört auch die nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit - die gute Betreuung der Menschen, die bei uns arbeiten.

Im Laufe der Jahre haben wir die Nachhaltigkeit immer weiter vorangetrieben. Wir heizen das Gewächshaus mit Restwärme aus Rotterdam, wir verwenden aufgefangenes Wasser wieder, wir verbringen viel Zeit damit, das Bodenleben zu optimieren, wir verwenden so wenig Dünger wie möglich und unsere Verpackungen sind aus FSC-Karton. Außerhalb des Gewächshauses haben wir ein Feld, auf dem wir in Zusammenarbeit mit der WUR (Universität Wageningen und Forschung) und Greenport West-Holland Forschung zur funktionalen Biodiversität betreiben. Nachhaltigkeit ist keine Strategie, sondern ein roter Faden im Gesamtbild unseres Unternehmens. Und sie ist etwas, das auch die Kunden von uns erwarten. Deshalb kaufen sie bei uns, natürlich zusätzlich zu unserem Sortiment an vitalen, widerstandsfähigen Anthurien.
Wirtschaft und Nachhaltigkeit: die richtige Balance
Läuft das immer reibungslos? Sicherlich nicht. Innovationen brauchen Zeit, sie erfordern das richtige Wissen und Raum für Experimente. Es dauert oft eine Weile, bis man den Dreh raus hat, und manchmal läuft es nicht wie geplant. Nicht umsonst haben wir uns schon seit einiger Zeit mit dem torffreien Anbau beschäftigt, bevor wir tatsächlich torffreie Produkte auf den Markt gebracht haben.

Dennoch ist es etwas, das wir immer anstreben. Als Menschen, und insbesondere als Gärtner, sind wir Verwalter der Erde. Es liegt an uns, die Natur und die Welt als Nahrungsquelle für unsere Produkte gut zu behandeln. Dabei ist es wichtig, immer auf das richtige Gleichgewicht zu achten. Auf der einen Seite das Unternehmen, die Produktion und unsere Preisgestaltung, auf der anderen Seite der Blick über den Tellerrand, die Innovation und die ständige Suche nach neuen Möglichkeiten, die Dinge noch nachhaltiger zu gestalten.
Impulse für die Branche
Vor zwanzig Jahren waren wir schon einmal für einen Vorläufer dieses Preises nominiert. Ich würde mich freuen, wenn wir jetzt gewinnen würden. Nicht nur für unser Unternehmen, sondern auch für die Branche. Denn es geschehen bereits sehr schöne Dinge. Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein 'Volksthema'. Links und rechts unternehmen die Kollegen immer mehr Schritte, um die Erde weniger mit den schönen Blumen und Pflanzen zu belasten, die wir gemeinsam anbauen.

Wenn die Gebrüder Stolk den Preis für Gartenbaubetriebe gewinnen, ist das für mich eine schöne Krone auf unserer Arbeit. Und es zeigt uns als Zierpflanzenbau-Branche, dass wir schöne Produkte herstellen und dies auf verantwortungsvolle, nachhaltige Weise tun können."
Am 6. März wird der Gewinner des Tuinbouw Ondernemersprijs im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Greenport Aalsmeer bekannt gegeben.