Gärtnerei Zuurbier: „Wir haben schon seit unserer Unternehmensgründung eine Umweltregistrierung”

4. August 2021
Nachhaltigkeit
Digitale Umweltregistrierung und -zertifizierung
Royal floraholland erik karin zuurbier

Das Ziel besteht darin, unseren Marktplatz nachhaltig und damit zukunftssicher zu machen. Und viele Gärtner arbeiten zurzeit auch daran, dieses Ziel zu erreichen. Wir möchten ihre Erfahrungen gerne mit Ihnen teilen. Dieses Mal lesen Sie den Bericht der Gärtnerei Zuurbier aus Heerhugowaard. Dieses Unternehmen führt bereits seit Jahren ein MPS-A-Umweltzertifikat. „Die Zertifizierung ist nur ein kleiner Schritt.”

"Nelken gedeihen auch gut, wenn man Lampen aufhängt und die Heizung einschaltet. Doch dann haben Sie hohe Energiekosten, die Sie nie wieder hereinholen können", erklärt der Gärtner Erik Zuurbier, der Nelken und Pfingstrosen züchtet. "Wir überlassen die Arbeit der Natur: Die Sonne spendet sowohl Tageslicht als auch Wärme. Wir behalten besonders die Gaspreise im Auge. Von den Preisen her kann man das nicht schaffen. Dass wir mit Tageslicht arbeiten, macht einen großen Unterschied in Bezug auf Beleuchtungssysteme, Stellwände und Strom. Zu Beginn des Frühjahrs stellen wir tatsächlich eine Zeit lang die Heizung an, um rund um den Muttertag wieder über Produkte zu verfügen. Aber im Prinzip richten wir uns bei der Arbeit nach den Jahreszeiten. Nelken kommen damit sehr gut zurecht." Erik weiß genau, wovon er spricht. Bei der Gärtnerei Zuurbier arbeitet man schon seit vielen Jahren nach diesen Grundsätzen. Eriks Vater gründete das Unternehmen im Jahr 1972, und heute sind Erik und seine Frau Eigentümer des 1,3 Hektar großen Betriebs. Die Nelken blühen in den Gewächshäusern; im Freien teilt er sich mit einem Cousin ein Grundstück, auf dem sie vier Sorten von Pfingstrosen anbauen.

Pro Jahr verbraucht die Gärtnerei Zuurbier ungefähr 19 m3 Erdgas pro m2 für die Heizung und die CO2 -Anlage. Was also darauf hinausläuft, dass die Nelkenzucht ein "kalter" Anbau ist. "Das CO2, das bei der Verbrennung von Erdgas freigesetzt wird, verteilen wir im Gewächshaus über die Nelken, die dadurch wieder besser gedeihen. Und die Wärme, die wir tagsüber erzeugen, speichern wir im Wärmepuffer. Diese verwenden wir, um nachts die Gewächshäuser zu heizen, wenn die Pflanzen kein CO2, dafür aber Wärme benötigen. Auch das ist also eine nachhaltige Lösung", berichtet Erik.

Die Registrierung wird immer einfacher

Erik hat bereits alles registriert, was sein Unternehmen verbraucht. "Seit Jahr und Tag. Die Registrierung über MPS ist eine Kleinigkeit. Ein weiterer Vorteil: Das Zertifikat wird in Webshops angegeben. Wenn man die Produkte bei der Versteigerung verkauft, macht es kaum einen Unterschied, ob man nun ein MPS-A, -B oder -C-Zertifikat hat. Wichtiger ist für die Käufer, dass es sich um gute Qualität handelt, dass sie uns als zuverlässigen Erzeuger kennen und dass die Nelken preisgünstig sind."

Die neue Website von MPS war zuerst gewöhnungsbedürftig, aber Eriks Zeitaufwand für die Angabe des Verbrauchs ist durchweg gering. "Ich fand es außerdem angenehm, dass ich einfach anrufen konnte, wenn ich mal nicht weiterkam. Ich habe auch gemerkt, dass sie mein Feedback wirklich berücksichtigt haben. Denn die Registrierung wird immer einfacher. Das erledige ich am Abend. Ich brauche nach einem Arbeitstag nur ein paar Daten ins Internet einzugeben. Und alle vier Wochen gebe ich den Gesamtverbrauch an Wasser, Gas und Strom ein, klicke auf Einverstanden, und schon bin ich fertig. Außerdem trennen wir den gesamten Abfall aus unserem Unternehmen und verfügen seit einigen Jahren über einen eigenen Kompostplatz für die Kompostierung unseres Pflanzenabfalls."

Teure Pflanzenschutzmittel

Tatsächlich ist MPS-ABC mehr als ein Zertifikat. Es ist auch ein Überwachungstool, mit dem die Unternehmen an den richtigen Stellschrauben drehen können, um ihre Umweltbelastung zu vermindern. Durch die Registrierung des Verbrauchs wird gemessen, wie nachhaltig ein Unternehmen produziert. Dies führt dann zu einem bewussteren Verbrauch von Ressourcen, und die Gärtner können ihr Unternehmen mithilfe dieser Daten noch nachhaltiger gestalten.

Erik geht ebenfalls sehr bewusst mit Pflanzenschutzmitteln um, obwohl das auch mit den hohen Kosten dieser Mittel zusammenhängt. "Die Zierpflanzenzucht wird häufig dafür kritisiert, dass sie so viele Pflanzenschutzmittel einsetzt. Doch das ist schlicht Unsinn. Pflanzenschutzmittel verwendet man nicht so ohne Weiteres, weil das Zeug einfach zu teuer ist. Für fünf Liter Azatin zur Bekämpfung von Thripsen (Schädlinge) zahlt man 580 Euro. Daher setzt man diese Mittel wirklich nur im Notfall ein. Schließlich versprüht niemand Tausende von Euros, weil es gerade Spaß macht. Wir bekämpfen jedoch Spinnmilben mit biologischen Pflanzenschutzmitteln, wie zum Beispiel mit Raubmilben. Das hilft zwar, aber es bleibt dennoch eine Herausforderung, ohne Chemie alle Schädlinge unter Kontrolle zu halten. Wir haben bereits viele Versuche unternommen, um Thripse biologisch zu bekämpfen, aber in der Nelkenzucht ist das ein mühsames Unterfangen. Da wir die Spinnmilben schon mit Raubmilben bekämpfen, verwenden wir keine Pflanzenschutzmittel für die Thrips-Bekämpfung, die den Raubmilben schaden. Diese Mittel belasten die Umwelt außerdem viel weniger als chemische Mittel, und dazu kommt, dass sie unbedenklicher für Mensch und Natur sind."

Weltweiter Standard

In den Niederlanden und Belgien gibt es nicht viele Nelkengärtner. 80 oder 90 % dieser Gärtner besitzen ein Umweltzertifikat. In anderen Ländern sind die Gärtner noch nicht so weit, und zudem gelten in vielen Ländern andere Regeln in Bezug auf Nachhaltigkeit. "In Äthiopien gibt es einen großen Erzeuger mit Umweltzertifikat, doch einige bedeutende Erzeuger in Italien und in der Türkei sind noch nicht so weit. Meiner Meinung nach sollten die Produkte bei der Versteigerung auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit strenger kontrolliert werden. Da werden beispielsweise Nelken mit dem Flugzeug in die Niederlande transportiert, von denen ein Teil möglicherweise vernichtet werden muss. Ich finde es prima, dass Royal FloraHolland auf Umweltschutz bedacht ist und von allen Gärtnern bald ein Umweltzertifikat fordert. Solche umweltfeindlichen Praktiken sollten gut überwacht werden." Wenn es nach Erik ginge, würde ein weltweiter Standard für nachhaltige Zierpflanzenzucht eingeführt werden. "Sogar in Belgien gelten andere Regeln als in den Niederlanden. Es würde schon viel ausmachen, wenn sich wenigstens Europa auf einheitliche Regelungen verständigen könnte."

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