Maarel orchids

Der Prozess, den der Mitgliederrat und das Unternehmen Royal FloraHolland seit der Gründung des Mitgliederrats im Jahr 2019 durchlaufen, ist kein gepflasterter Weg, schreibt Mitgliederratsmitglied Arno van der Maarel in seiner Kolumne. "Es ist gut, zu diskutieren und gemeinsam die bestmögliche unterstützte Lösung und Entscheidung zu finden. Die getroffenen Entscheidungen zügig umzusetzen."

Vor drei Jahren haben wir die Anteile an unserem Betrieb an unsere Kinder übertragen. Eine Entscheidung, die viele Veränderungen mit sich brachte und sicher nicht von einem Tag auf den anderen deutlich und klar war. Ich habe die Leitung des Tagesgeschäfts abgegeben und habe nun etwas mehr Distanz. Für mich persönlich war es ein großer Schritt, das Unternehmen, das ich mit Herz und Seele aufgebaut hatte, loszulassen und nur aus der Distanz ein wenig mitwirken zu können. Inzwischen habe ich meine Rolle darin gefunden und kann sie ausfüllen. Aber all dem ging ein Prozess des Loslassens, des Akzeptierens, des Annehmens der eigenen Rolle und des positiven Beitragens zur weiteren Entwicklung voraus.

Natürlich ist das ein ganz anderes Setting, aber man kann einen solchen Vorgang vielleicht doch mit dem Prozess vergleichen, den der Mitgliederrat und das Unternehmen RFH (insbesondere Geschäftsführung und Aufsichtsrat) seit der Gründung des Mitgliederrats im Jahr 2019 durchlaufen. Es ist keine glatt ausgebaute Straße, sondern eine mit Schlaglöchern und Unebenheiten. Das haben wir in letzter Zeit auch gemerkt. Aber immer mit dem Ziel vor Augen, letztlich den besten Preis für die Produkte zu erzielen und die Interessen der Mitglieder bestmöglich zu vertreten.

Es ist eine komplexe Aufgabe, mit 40 Mitgliedern möglichst einstimmig und im Namen aller Mitglieder eine Position zu vertreten, wenn eine Empfehlung abgegeben wird. Schließlich ist uns nichts Menschliches fremd. Die Genossenschaft besteht aus einer großen und vielfältigen Gruppe mit unterschiedlichen Hintergründen, Betrieben, Größen, Strukturen, Umsätzen usw. Aber uns allen zusammen gehört die Genossenschaft, und das bringt viele Vorteile, aber auch Verantwortung. Der Mitgliederrat vertritt die Interessen der Mitglieder so gut wie möglich.

Die Strategie zielt darauf ab, weiterhin gemeinsam das Beste aus dem Markt herauszuholen. Die Weise, wie das gestaltet wird, wird teilweise durch den sich verändernden Markt diktiert, in dem die Unterschiede zwischen Gärtnern und Käufern zunehmen, die Rolle des Einzelhandels sich ändert und wo neue internationale Absatzmärkte entstehen. Außerdem soll alles schneller, frischer und nachhaltiger werden.
Die Antwort auf diese Entwicklungen ist der Silberstreif am Horizont: das Entwickeln einer digitalen Plattform. Damit können wir unsere Kräfte bündeln und uns gemeinsam auf diese Entwicklungen einstellen. Eine Reise, die wir gemeinsam antreten, genau wie ich eine Entwicklung in Gang gesetzt habe, als wir uns entschieden haben, unsere Anteile am Betrieb zu übertragen. Das fällt einem aber nicht leicht! Man muss seine Rolle reflektieren, die Art, wie man Prozesse organisiert und Entscheidungen trifft.

Es gibt immer einen Grund, etwas nicht zu tun oder es noch einmal zu diskutieren. Wenn man vorankommen will, muss man auch den Mut haben, Entscheidungen zu treffen. Das geht nicht immer reibungslos, und es gibt auch einmal nicht so gute Entscheidungen. Wenn das passiert, muss man darüber sprechen, sich gemeinsam ansehen, wie man Lösungen finden kann, und dann den Faden wieder aufnehmen. Wichtig ist dabei, sich immer das Ziel vor Augen zu halten: die Kontinuität der Betriebe und der Genossenschaft zu sichern. Dabei muss man seine Rolle finden und seine Verantwortung übernehmen. Wenn man nicht handelt, werden es andere tun, aber Sie wollen doch gerne selbst die Regie behalten.

Entwickeln und Wachsen bedeutet oft: Hinfallen und wieder aufstehen. Es besteht die Tendenz, alle möglichen Brände zu löschen und zu versuchen, alles zu lösen. Es hilft, wenn man einen Schritt zurücktritt und aus der Distanz nachdenkt, was die eigene Rolle und das eigene Mandat bei einem bestimmten Problem ist. Deshalb ist es wichtig, sich auf die Rolle, die Verantwortlichkeit und das Mandat des Mitgliederrats zu konzentrieren.
Es ist eine Illusion zu glauben, dass man im Mitgliederrat immer einer Meinung sein muss, oder dass man stets dem Standpunkt der Geschäftsführung oder des Aufsichtsrates folgt. Es ist gut, die Diskussion zu führen und gemeinsam eine möglichst breit unterstützte Lösung und Entscheidung zu finden. Danach können getroffene Entscheidungen dann zügig umgesetzt werden.

Das gemeinsame Interesse der Genossenschaft steht an erster Stelle, und wenn man seine Rolle annimmt, sich gegenseitig mit Respekt behandelt und akzeptiert, dass nicht alles genau so läuft, wie man es persönlich wünscht, wird man die besten Ergebnisse erzielen. Denn die Genossenschaft ist als Kollektiv stärker als die Summe ihrer Mitglieder. Innerhalb der Genossenschaft spielt jede Partei ihre eigene Rolle aufgrund ihrer eigenen Stärke! Das schafft Klarheit untereinander, und Ruhe. Wir arbeiten in einer wunderbaren Branche, haben eine tolle Genossenschaft und sollten stolz auf alles sein, was wir in den letzten Jahren erreicht haben. Jetzt schauen wir nach vorne! Das tue ich auch, aber zuerst einmal mache ich Urlaub in Spanien, in dem Vertrauen und mit dem Wissen, dass unser Betrieb in guten Händen ist!

Arno van der Maarel, Mitglied des Mitgliederrats

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