Gärtnerei Kwakernaak: „Leichterer Absatz dank Umweltregistrierung“

26. Mai 2021
Nachhaltigkeit
Digitale Umweltregistrierung und -zertifizierung
Kwakernaak pim mul

Wir haben uns das Ziel gesetzt, unseren Marktplatz nachhaltig und damit zukunftssicher zu machen. Viele Gärtner befassen sich bereits mit diesem Thema. Ihre Geschichten teilen wir gerne mit Ihnen. Heute berichtet der Baumschulgärtner Henk Kwakernaak. Noch vor drei Jahren war eine Umweltregistrierung für ihn undenkbar. Trotzdem war sein Betrieb im letzten Jahr die erste niederländische Zierpflanzen-Baumschule, die das IDA-Umweltzertifikat von GLOBALG.A.P. erhielt, nach einer Registrierung bei GreenlinQdata und einem Audit durch Control Union.

"Die größte Mühe macht, dass man regelmäßig die Daten eingeben muss." Als kleinerer Gärtnerbetrieb, der unter anderem Besenginster und Efeu erzeugt, hat Henk Kwakernaak aus Reeuwijk ziemlich viel zu tun. "Man muss alles selbst erledigen, also die Buchhaltung, Floriday und dann eben auch eingeben, welche Pflanzenschutzmittel man verwendet. Ein großer Betrieb hat dafür einen Halbtagsmitarbeiter, für den Einzelkämpfer ist das aber ziemlich viel Arbeit. Eigentlich sollte man das an einem festen Termin in der Woche oder im Monat erledigen, das geht am besten."

Vor drei Jahren lag das Umweltzertifikat für Henk noch in weiter Ferne. "Ich hörte natürlich durch Royal FloraHolland davon, aber ich dachte: So lange sie mir nicht das Messer an die Kehle setzen, fange ich nicht damit an." Warum? "Ich fand es einfach viel zu teuer. Die Sprechstunden beim Mitgliederrat, damals noch als persönliches Treffen, waren sehr effektiv. So kam neben MPS noch eine zweiter Anbieter dazu, und der Preis ging nach unten."

Persönlicher Kontakt

Im Herbst 2020 war es soweit. "Die Versteigerung sagte, dass man bis 2022 zertifiziert sein müsse, also legten wir los. Zuerst entschied ich mich für MPS, weil man es bei GLOBALG.A.P. mit drei verschiedenen Stellen zu tun hat, und das schien mir mühsamer zu sein." Trotzdem hat Henk auch zu GLOBALG.A.P. Kontakt aufgenommen, und das lief gleich gut. "Ja, es sind drei verschiedene Stellen. Die Daten gebe ich über GreenlinQdata ein, die Audits erfolgen durch Control Union und GLOBALG.A.P. sorgt dafür, dass alles reibungslos läuft. Man merkt eigentlich nicht, dass es sich um drei Betriebe handelt. GreenlinQdata ist eine kleine Firma, da arbeiten vier Leute, glaube ich. Man lernt sich also schnell kennen, und diesen persönlichen Kontakt schätze ich."

Verbrauchsdaten für ein halbes Jahr

Auf einmal ging es dann sehr schnell. "Ein Kunde aus Großbritannien hatte bei mir Ginstersträucher, Weinstöcke und Heckenkoniferen bestellt und fragte, ob wir auch zertifiziert sind. Das war für den Kunden wirklich eine Voraussetzung. Also habe ich mich umgeschaut, ob ich das in ganz kurzer Zeit schaffen kann. Mit GreenlinQdata hatte ich mich bereits beschäftigt. Binnen sechs Wochen ist es uns gelungen, zertifiziert zu werden. Das ist sehr schnell; auch für GreenlinQdata war es eine Herausforderung. Über ein Registrierungsmodul muss man dazu u. a. Verbrauchsdaten für ein halbes Jahr eingeben. Ich hatte diese Daten schon selbst erfasst, das hat mir geholfen. Für das IDA-Zertifikat von GLOBALG.A.P. werden Daten von mindestens einem halben Jahr vorausgesetzt. Ich musste auch einen Fragebogen ausfüllen. Das war ziemlich vertrackt, denn der ist nicht auf eine Baumschule zugeschnitten." Dank der Digitalisierung der Daten konnte Control Union das geforderte Audit für die letzten sechs Monate durchführen. Danach stellten sie mir das Zertifikat aus.

Mehr Schlagkraft dank Umweltzertifikat

Dass Henk mehrere Kulturen anbaut, macht es nicht komplexer. "Ich bin jetzt für alle Kulturen zertifiziert. Den Wasser- und Energieverbrauch darf ich schätzen. Ich wohne auch da, wo mein Betrieb ist, sodass sich die Daten von Betrieb und Privatleben vermischen. Und ich habe Solarmodule. Eine realistische Schätzung reicht glücklicherweise aus."

Würde er jedem raten, sich für das Umweltzertifikat zu entscheiden? "Es ist sicher gut, wenn alle zertifiziert sind, das sorgt für mehr Schlagkraft. Aber: Für kleinere Gärtner mit relativ geringem Jahresumsatz ist es wirklich schwer. Es ist zeitraubend und teuer. Obendrein kenne ich genug Gärtner, die nichts mit dem Computer anfangen können oder wollen. Glücklicherweise hat der Mitgliederrat die auch im Blick."

Welche Vorteile hat das Verfahren für Henk? "Auf der einen Seite kostet es zusätzliche Arbeitszeit und Geld. Auf der anderen Seite erleichtert es mir den Absatz und man lernt, noch umweltfreundlicher zu arbeiten. Die Auditeure von Control Union waren übrigens sehr beeindruckt, wie biologisch wir hier arbeiten. Eigentlich gibt es kaum etwas zu verbessern."


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