Kolumne des Mitgliederrats: „Nachhaltigkeit wird nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden“

20. Mai 2021
Genossenschaft
Digitale Umweltregistrierung und -zertifizierung
Tesselaaralstroemeria hr 94

Wenn wir diese Kolumne schreiben, stehen wir kurz vor einer zusätzlichen Mitgliederratssitzung am 20. Mai 2021. Diese Sitzung wurde organisiert, um den Bedenken Rechnung zu tragen, die in der Petition vorgebracht wurden. Alle Mitglieder von Royal FloraHolland können sich dabei zu Wort melden.

In dieser Sitzung geht es außerdem auch um die digitale Umweltregistrierung und -zertifizierung. Dieses Thema beschäftigt uns schon seit langem. Die Frage ist doch, wo ist der Stachel, um da wieder Bewegung hinein zu bekommen, was hält uns zurück, was brauchen wir dafür?

Als nachhaltig erzeugender Gärtner bin ich von diesem Thema an vielen Fronten betroffen. Bei der Versteigerung als Mitglied des Regieteams und jetzt des Begleitteams, im FPC Alstroemeria, wo ich Interimsvorsitzender war, und bei Verbänden und in Gremien außerhalb der Versteigerung. Warum ich mich so für dieses Thema interessiere, fragen Sie sich vielleicht, und warum müssen wir es eigentlich als Genossenschaft gemeinsam voranbringen?

Mein fester Ausgangspunkt ist, dass man mit einem nachhaltigen Betrieb die Zukunft in den eigenen Händen hat. Die Rohstoffe werden knapper und wir müssen uns den Problemen im Energie- und Wasserbereich stellen. Und weil ich sehe, dass wir da als Gärtner vieles richtig machen, es aber nicht verstehen, das genügend nach außen zu tragen, entsteht dort ein schiefes Bild von uns. Das darf nicht so bleiben. Ein gutes Image ist nicht nur für Ihren eigenen Gärtnereibetrieb wichtig, sondern für die gesamte Branche.

Gift im Blumenstrauß zum Muttertag - jedes Jahr derselbe Titel in der Zeitung. Als Gärtner regt uns das schon gar nicht mehr auf. Aber für die Medien und Greenpeace ist es offenbar ein gefundenes Fressen. Wir als Gärtner wissen es besser, wir spritzen nicht mehr als nötig und heizen auch nicht bei offenen Fenstern. Wir wissen das, aber wissen die anderen - die Umweltaktivisten, unsere Kunden (der Verbraucher) und die Regierung - das auch? Wir haben doch nichts zu verbergen, oder? Also sollten wir Transparenz gemeinsam an die erste Stelle setzen.

Es ist Zeit für ein gutes Image der Blumenbranche

Natürlich sind wir alle verschieden, und jeder führt seinen Betrieb anders. Für den einen ist der Betrieb ein Hobby und für den anderen der Broterwerb. Einer kümmert sich täglich selbst um seine Pflanzen, der andere ist lieber auf dem Computer unterwegs - jeder von uns stellt sich den täglichen Herausforderungen anders. Aber was wir als Branche gemeinsam wollen, ist ein gutes Image, da kann doch kein Gärtner dagegen sein? Das ist der Grund, weshalb wir das Thema gemeinsam anpacken und unsere Erzeuger- und Handelskette transparent machen müssen. Angefangen mit einer digitalen Registrierung, damit wir proaktiv nachweisen können, wie viel Energie wir in unsere Produkte stecken! Nicht weil der Handel es will, nicht weil Royal FloraHolland es will, sondern weil wir als Gärtner etwas wollen: Mit Stolz unsere Produkte verkaufen! Und weil wir die Pflicht gegenüber den Generationen nach uns haben, die Erde intakt zu hinterlassen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit allen Gärtnern zusammen eine große Gruppe sind, die - wenn man sich einig ist - , Berge versetzen kann, damit unsere schönen Produkte ihren Weg zum Verbraucher finden.

Und es ist doch gut, dass wir eine Genossenschaft haben, die sich um jeden von uns kümmert. Um die, die schon mit einer Zertifizierungsstelle im Geschäft sind, die, die noch nach einem zweiten Anbieter suchen und die, die gerade über den Preis verhandeln. Gerade weil wir die Sache gemeinsam anpacken, ist jetzt endlich Bewegung in den Anbietermarkt gekommen. Es ist ein zweiter Anbieter erschienen, und der Marktführer MPS hat seine Preise nach unten angepasst. Ich höre natürlich auch Gärtner, die sagen: "Solange der Handel nicht danach verlangt, mache ich auch nichts". Das Commitment des Handels, sichtbar und transparent an nachhaltigen Produkten mitzuwirken, ist sehr wichtig, aber wir dürfen uns nicht davon abhängig machen. Ganz ehrlich: Ein Händler möchte immer die Wahl haben, aber wenn wir alle auf gleiche Weise registriert sind, kann keiner mehr um unsere Produkte herum und wir behalten selbst die Regie in der Hand.

Lassen Sie uns vor allem Bewegung in der Sache halten. Bei all dem Druck, der gerade in Sachen Klimaveränderung, Rohstoffknappheit und Stickstoffpolitik entstanden ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Regierung vor unserer Tür steht und uns Regeln vorschreibt. Dann sollte man besser vorbereitet sein. Glücklicherweise sind wir eine starke Genossenschaft, die selbst die Initiative ergreifen und etwas unternehmen kann. Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ist ein Thema, das nicht mehr verschwinden wird, und ich meine, Nachhaltigkeit sollte auch nicht mehr von der Tagesordnung unserer Genossenschaft verschwinden.

Karolien Tesselaar - van Tilburg
Tesselaar Alstroemeria und Mitglied im Mitgliederrat von Royal FloraHolland

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