Royal FloraHolland - Länderberichte – wichtige Informationen für Gärtner und Käufer

30. März 2021
Rfh consumentencheck landenrapportage 2020 email1

Welche Blumen und Pflanzen sind beliebt und welche weniger? Wie wirkt sich Corona auf den Blumenverkauf aus? Welchen Einfluss hat der Brexit auf die Zierpflanzenexporte nach Großbritannien? Das sind sehr hilfreiche Informationen für Gärtner und Käufer. Mit unseren Länderberichten können Sie sich auf die Bedürfnisse des Verbrauchers einstellen. Josephine Klapwijk (Beraterin für Vertriebsdienste bei Royal FloraHolland) erläutert hier mehr dazu.

"Jedes Jahr erscheinen im März unsere Länderberichte", erläutert Josephine. "Für unsere wichtigsten Absatzländer bündeln wir darin alle Marktinformationen, die uns zur Zierpflanzenbranche in diesem Land vorliegen. Das beginnt mit allgemeinen Daten zu den demographischen Fakten und zur wirtschaftlichen Entwicklung. Außerdem findet man dort konkrete Daten zur Entwicklung der Zierpflanzenbranche in dem Land, zum Verbrauch von Blumen, Zimmer- und Gartenpflanzen, zu den Absatzkanälen und den Handelsströmen. Ebenso findet man dort die Import- und Exportzahlen und die Produktionszahlen, und welche Online-Anbieter es gibt. Wenn man sich das jedes Jahr ansieht, kann man die Angaben und Daten sehr gut nachverfolgen. Man sieht dann zum Beispiel, wie sich das Verbraucherverhalten ändert und ob es Verschiebungen beim Kaufverhalten gibt."

Corona und Brexit

Haben die Menschen mehr Blumen und Pflanzen gekauft, und wenn ja, welche Sorten? Sind blühende Zimmerpflanzen beliebter oder liegen Fettpflanzen gerade im Trend, welche Sorte ist momentan beliebt und welche weniger - alles das findet sich in den Länderberichten. "Corona hatte natürlich einen starken Einfluss auf das letzte Jahr", sagt Josephine. "Die Coronakrise hat bei den Verbrauchern etwas verändert. Viele Geschäfte und Gartencenter mussten schließen, der Online-Verkauf nahm erheblich zu, und man konnte beobachten, dass die Leute mehr Blumen kaufen. Für die Oma, weil sie die gerade nicht besuchen konnten. Oder für zu Hause, um es dort schöner zu haben. Auch dem Garten wurde mehr Aufmerksamkeit geschenkt, weil ein Urlaub für viele Menschen ja nicht möglich war. Corona hatte also Vor- und Nachteile."

Die Zahlen über die Auswirkungen des Brexit, ein anderes heißes Thema im Jahr 2020, werden wir im nächsten Jahr in den Daten wiederfinden. "Der Brexit ist erst zum 1. Januar 2021 wirksam geworden, aber gefühlt ist er schon länger bei den Verbrauchern angekommen. Wird jetzt in England gespart, produziert man dort mehr, oder importiert man einfach mehr aus Afrika oder Kolumbien statt aus den Niederlanden?" Das erläutert Josephine. Sie kann schon berichten, dass die Folgen 2020 noch nicht so stark zu spüren waren. "Wir sehen allerdings eine Verschiebung von den Blumen hin zu Pflanzen. Wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen: Eine Pflanze hält länger als ein Blumenstrauß."

Verbraucherpanels

Die Länderberichte sind nichts Neues mehr. Royal FloraHolland erfasst schon seit fast zehn Jahren das Einkaufsverhalten eines Verbraucherpanels mit Bezug auf Blumen und Pflanzen. Dies geschieht in vier oder fünf Ländern: In den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und in einem weiteren Land (im Wechsel). Im Jahr 2020 war das Polen. 15.000 Haushalte pro Land vermitteln uns jedes Jahr einen interessanten Einblick in ihr Kaufverhalten, was Blumen, Garten- und Zimmerpflanzen betrifft. Josephine: "Das Panel registriert jede Woche, was alles gekauft wurde. Aus den bei uns eingehenden Daten erstellen wir dann Analysen und Berichte. Außerdem erheben wir auch selbst Daten oder erwerben sie von verschiedenen externen Quellen. Dabei handelt es sich um Import- und Exportdaten, Produktionsdaten und Daten über den Einzelhandel, um beispielsweise zu erfahren, wie viele Filialen die Einzelhandelsketten besitzen."

Im nächsten Jahr erscheinen Berichte zu vier zusätzlichen Ländern: Belgien, Schweiz, Dänemark und Schweden. Und zwar wegen der Nachfrage aus dem Markt. Josephine freut sich darüber: "Das ist ein Beweis, dass diese Informationen für Gärtner und Käufer wirklich nützlich sind. Wer nichts über die Märkte weiß, kann auch keine zielgerichtete Strategie für den eigenen Betrieb festlegen. Unsere Länderberichte vermitteln das Wissen über verschiedene Absatzsegmente. Damit kann man seine potentiellen Absatzmärkte sondieren, ebenso natürlich seinen vorhandenen Markt. Infolge des Brexits orientieren sich die Betriebe auch in Richtung anderer Absatzländer. Wenn der Export nach Großbritannien schwieriger wird und der deutsche Markt bereits gesättigt erscheint, könnten ja zum Beispiel Osteuropa oder Skandinavien ein guter neuer Absatzmarkt sein. Es ist jedenfalls gut, wenn man sich weiterhin dafür interessiert."

Bauchgefühl

"Mit Daten kann man sein Vorgehen besser begründen", meint Josephine. "Ich meine, dass es immer gut ist zu wissen, was in den Absatzländern vor sich geht. Natürlich hat jeder sein eigenes Bauchgefühl, aber mit einer guten Datengrundlage kann man die Zukunft besser vorhersagen und die eigene Strategie daran ausrichten. Zu wissen, welche Marktentwicklungen es gibt, ist heute wichtiger als noch vor zehn Jahren. Im Jahr 2009 wurden solche Daten nur sehr eingeschränkt genutzt. Aber inzwischen hat sich das von nice to know in Richtung need to know verschoben."

Möchten Sie mehr wissen?

Wenn Sie sich für unsere Länderberichte interessieren oder Fragen dazu haben, nehmen Sie bitte Kontakt zu Josephine Klapwijk auf.

Verwandte Nachrichten