"Viele Zierpflanzengärtner aus aller Welt sehen neidisch auf unser niederländisches Handelssystem. Was wir hier durch Zusammenarbeit auf die Beine gestellt haben, gibt es sonst nirgends. Darauf dürfen wir stolz sein, und das müssen wir schützen."

"Daher macht es mir wirklich Sorgen, dass wir uns jetzt auseinander dividieren lassen. Das dürfen wir nicht zulassen.

Sie verstehen - ich rede hier von der aktuellen Diskussion über Floriday. Diese Diskussion wird von einigen unzufriedenen Gärtnern und u. a. einem Softwarelieferanten angetrieben. Einige Gärtner drohen mit einem Wechsel zu diesem neuen Anbieter. Da kann man sich nur wundern. Denn mit diesem Wechsel zahlen sie doppelt Provision - einmal an die Genossenschaft und einmal an Ai2. Sie schneiden sich damit ins eigene Fleisch. Denn sie müssen ja höhere Kosten tragen, wenn der Umsatz nicht über FloraHolland läuft. Das wird in der Diskussion über Floriday überhaupt nicht erwähnt. Wir hören daher jedes Mal nur die halbe Wahrheit.

Aber noch schlimmer finde ich, dass die Genossenschaft dadurch untergraben wird. Gemeinsam sind wir stark, auch in dieser Zeit. Mir liegt die Genossenschaftsidee wirklich in den Genen. Wie beim Vater, so beim Sohn. Und auch mein Sohn und meine Tochter, die Manager unseres Betriebs Hofland Flowering Plants in Naaldwijk sind, legen großen Wert auf die Genossenschaft. Nicht weil ich sie zwinge, sondern weil sie selbst sehen, wie viel Stärke die Zusammenarbeit bringt.

Zugleich sehe ich viele andere (junge) Unternehmer, die der Genossenschaftsidee nicht viel abgewinnen können. Die beispielsweise auch die Provision für ihre BVO-Umsätze nicht bezahlen und damit ihre Gärtnerkollegen benachteiligen. Das finde ich schade. Verstehen Sie mich richtig - ich lasse der Jugend schon allen Freiraum. Nicht umsonst steht auf der Website unseres Betriebs unter meinem Namen der Zusatz "pensionado". Stünde dort stattdessen "Geschäftsführer", wäre ich meinem Sohn und meiner Tochter im Weg, und das will ich nicht.

Aber ich hoffe, dass unsere Gärtnerkollegen erkennen, dass wir auseinander dividiert werden. Die Gegensätze werden größer gemacht als sie sind. Und das ist einfach jammerschade. Gerade jetzt müssen wir gemeinsam nach vorne blicken und uns für die Genossenschaft einsetzen. Wir dürfen die Genossenschaft nicht untergraben, sondern müssen gerade jetzt zusammenhalten.

Deshalb rufe ich alle meine Gärtnerkollegen auf: Setzt euch für die Genossenschaft ein! Gemeinsam bleiben wir stark. Und wenn ihr nicht damit einverstanden seid, wie die Dinge in der Genossenschaft laufen, dann behaltet es nicht für euch, sondern redet mit uns. Ich verstehe zwar, dass wir uns wegen Corona weniger sehen können und es schwieriger ist, Kontakt zueinander zu halten. Aber ihr könnt trotzdem mit uns reden, beispielsweise über den Mitgliederrat. Denn die Gärtner, die im Mitgliederrat sind, vertreten dort nicht sich selbst, sondern setzen sich für alle Gärtner ein, also auch für euch.

Wie ich bereits sagte: Gemeinsam sind wir stark. Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen. Gemeinsam sind wir Eigentümer von Floriday. Natürlich geht die Einführung einer neuen Plattform nicht an einem Tag, sondern das kostet Zeit und Mühe. Aber wir sind dadurch erheblich stärker, als wenn wir unseren Absatz einer externen Partei überlassen. Zum Vergleich: Wie viel Mitspracherechte haben Unternehmen, die ihre Waren über Amazon.com verkaufen? Genau, Null Komma Null.

Dass die niederländische Zierpflanzenbranche unter einem Dach vereint ist, ist ein Gut von hohem Wert. Zersplitterung, wie sie schon beim Absatz von Gemüse passiert ist, hilft keinem einzigen Gärtner. Die einzigen, die von dieser Unruhe profitieren, sind private Softwareanbieter (wie Ai2) und vielleicht ein einzelner Exporteur mit Greenery-Ideen. Aber die Zierpflanzenbranche und ihre Gärtner jedenfalls nicht, fürchte ich. Deshalb mein Aufruf: Gärtner, schützt euer Unternehmen und haltet es zusammen!"

Goos Hofland (62), Hofland Flowering Plants, Naaldwijk

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