Zierpflanzenbranche angreifbar für Kriminalität

4. März 2021
Regulierung & Zertifizierung
Royal FloraHolland
Royal Flora Holland Transport Docks 20140602 M416

In den wichtigen Umschlagplätzen wie Amsterdam Schiphol und dem Rotterdamer Hafen sind zur Sicherung der EU-Außengrenze täglich Zoll- und Ermittlungsbeamte sowie eine Vielzahl von Sicherheitsleuten im Einsatz. In der Zierpflanzenbranche, einem Hauptumschlagplatz der zweiten Linie, ist das nicht oder kaum der Fall. Das macht die Zierpflanzenbranche angreifbar für organisierte Kriminalität wie Drogentransporte, Arbeitsausbeutung und Geldwäsche.

Städte und Gemeinden aus der Region Westland, Ermittlungsdienste und Royal FloraHolland arbeiten im Rahmen des Programms "Standhafte Zierpflanzenbranche" (Weerbare Sierteeltsector) bereits seit einiger Zeit zusammen und treffen Maßnahmen gegen unterschiedliche Formen der Unterwanderung durch Kriminelle. Eine Untersuchung nach dem Ausmaß der organisierten Kriminalität in der Zierpflanzenbranche bestätigte die Vermutungen der angeschlossenen Parteien. "Wir haben es mit Logistiksystemen zu tun, die alles andere als wasserdicht sind und dadurch leicht von Kriminellen missbraucht werden können", so Bürgermeister Arends der Gemeinde Westland, der zugleich Vorsitzender der Lenkungsgruppe ist.

An die Arbeit

Im Rahmen des Programms "Standhafte Zierpflanzenbranche" werden unterschiedliche Initiativen zur Bekämpfung der Kriminalität in der Zierpflanzenbranche ergriffen. Das Versteigerungsgelände wird beispielsweise strenger von den Ermittlungsdiensten beobachtet. Royal FloraHolland hat, in Absprache mit dem VGB (dem Verband der Großhändler für Blumenzuchtprodukte) erforderliche Maßnahmen getroffen. "Wir haben schon einiges zur Verbesserung der internen Sicherheit getan, zum Beispiel die Verschärfung des Kundenscreenings, die Erhöhung der Datensicherheit, mehr Auflagen für das Niederlassungsmanagement und strengere Regeln beim Einkauf zur Vermeidung von Arbeitsausbeutung. Ferner haben wir ein neues Zahlungssystem zur Bekämpfung von Geldwäsche eingeführt und Regeln für die Betretung des Versteigerungsgeländes aufgestellt", erläutert Steven van Schilfgaarde von Royal FloraHolland.

Darüber hinaus werden die Verantwortlichen und die Mitarbeiter der Städte und Gemeinden weiterhin darin geschult, die Signale krimineller Unterwanderung zu erkennen. Die vier am Programm beteiligten Gemeinden haben gemeinsam die App "Melden Sie einen Verdacht" eingeführt. Mithilfe dieser App können städtische Mitarbeiter auf einfache Weise Signale krimineller Unterwanderung melden.

Nach Meinung von Bürgermeister Arends braucht es viel mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung seitens der nationalen Behörden: "Damit wir die Kriminalität in der Zierpflanzenbranche wirklich bekämpfen können, braucht es die offizielle Anerkennung der Problematik und eine strukturelle finanzielle Unterstützung."

Weitere Informationen

In der Lenkungsgruppe "Standhafte Zierpflanzenbranche" sind die folgenden Parteien vertreten: die Gemeinden Westland, Katwijk, Aalsmeer und Uithoorn, die Polizei (Den Haag und Amsterdam-Amstelland), die Staatsanwaltschaft (Den Haag und Amsterdam-Amstelland), RIEC Den Haag und RIEC Amsterdam-Amstelland, der Zoll, das Finanzamt und Royal FloraHolland. Sie arbeiten zusammen an repressiven und präventiven Maßnahmen zum Schutz vor krimineller Unterwanderung.

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