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Corona hat die Zierpflanzenbranche im Jahr 2020 stark beeinflusst. Die Branche fiel deshalb aber nicht in Schockstarre, sondern durchläuft eine fundamentale Transition. GROW blickt gemeinsam mit Steven van Schilfgaarde ein wenig zurück, aber vor allem nach vorn.

2020 war für viele das Corona-Jahr. Aber war es nicht auch das Jahr, in dem die Strategie von Royal FloraHolland weiter umgesetzt wurde? "Unsere Branche hat sich im letzten Jahr von ihrer besten Seite gezeigt. Ich bin auch sehr stolz auf die enorme Flexibilität, die sie an den Tag gelegt hat. Jeder Gärtner oder Händler hat die Krise anders erlebt, da sie für jeden Unternehmer unterschiedlich war. Die Coronakrise zeigt sehr deutlich, dass sich die Welt um uns herum verändert. Zuvor bereits erkannte Trends haben sich im Eiltempo durchgesetzt. Die Branche digitalisiert und internationalisiert sich. Wir sehen eine immer stärkere Konsolidierung, nicht nur im Handel, sondern auch auf der Produktionsseite. Und wir sehen, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten zunimmt. Mit unserer Strategie, deren Gerüst bereits stand, reagieren wir darauf. Das Jahr 2020 konnten wir durchstehen, weil wir zu Beginn der Krise finanziell zum Glück gut da standen."

Notwendigkeit

"Wir entwickeln unseren physischen Marktplatz zu einer digitalen B2B-Plattform, auf der die Kunden an der Uhr wie auch im Direkthandel Geschäfte machen können. Über diese Plattform machen wir auch neuartige Dienste möglich. Ich bin davon überzeugt, dass das der richtige Kurs ist. Aber ich werde auch oft gefragt, ob das alles wirklich notwendig ist und ob das alles so schnell gehen muss. Manche Gärtner fragen mich auch direkt, ob es ihnen dadurch besser geht. Mein Antwort ist ein überzeugtes Ja. Um die Digitalisierung kommen wir nicht mehr herum. Ich bin davon überzeugt, dass es besser ist, wenn wir gemeinsam mit den Gärtnern und Käufern eine eigene Plattform für die Zierpflanzenbranche entwickeln, und das nicht anderen Parteien innerhalb oder außerhalb der Zierpflanzenbranche überlassen. Floriday sorgt dafür, dass wir gemeinsam den schlagkräftigsten Marktplatz aufrecht erhalten können. Wir bündeln damit Nachfrage und Angebot an einem einzigen Ort. Das sorgt für eine optimale Preisbildung. Genau aus diesem Grund wurde unsere Genossenschaft gegründet, und das wird auch künftig unser Ziel bleiben. Wir werden bald über unsere Plattform neue Dienste anbieten, die Vorteile für Gärtner und Käufer bieten. Unabhängig davon, ob man ein großer oder kleiner Betrieb ist, ob man lokal oder international handelt. Wenn wir das machen, was wir gut können, also die Abwicklung der Bestell-, Bezahl- und Lieferprozesse, können unsere Kunden sich auf ihr eigenes Kerngeschäft konzentrieren. So optimieren wir gemeinsam die gesamte Zierpflanzenkette und bleiben gemeinsam stark und schlagkräftig."

Zukunftssichere Zierpflanzenbranche

"Um das zu ermöglichen, dürfen wir den Fuß jetzt nicht vom Gas nehmen. 100 % Digital ist nun schon fast für alle umgesetzt. Unsere Priorität für dieses Jahr ist die landesweite Versteigerung mit intelligenter Logistik. Unser Joint Venture Floriway wird das ermöglichen. Darüber hinaus können internationale Kunden in Floriday mittlerweile auch in US-Dollar bezahlen. Und im Bereich der Umweltzertifizierung werden die Gärtner dieses Jahr ebenfalls große Fortschritte machen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass sich das auf die Betriebsführung in den Gärtnerbetrieben und bei unseren Käufern auswirken wird. Manche können damit besser umgehen als andere, aber es wird nie ganz einfach sein. Zum Glück lassen wir niemand im Regen stehen. Mein Wunsch ist, dass wir einander helfen, unser gemeinsames Ziel zu erreichen: eine zukunftssichere Zierpflanzenbranche. Ich fordere jeden zum Mitmachen auf, denn gemeinsam sind wir klüger und besser. Und letztlich können wir gemeinsam mit geringeren Kosten mehr erreichen als jeder für sich allein."


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