Brexit webinar

Am 24. Dezember 2020 wurde ein Abkommen zwischen der EU und Großbritannien über eine neue Partnerschaft geschlossen. Dieses Abkommen enthält Regeln, die ab 1. Januar 2021 zwischen der EU und Großbritannien gelten sollen. Zwar muss das Europäische Parlament Anfang 2021 noch seine Zustimmung erteilen, aber das Abkommen wird seit dem 1. Januar 2021 bereits vorläufig angewendet.

Das bedeutet, dass keine Einfuhrzölle erhoben werden, womit die befürchteten 8 % Zoll auf EU-Schnittblumen vom Tisch sind; es gelten auch keine Einfuhrquoten. Trotz dieses Abkommens gelten seit 1. Januar 2021 phytosanitäre Anforderungen und Zollformalitäten, zum Beispiel u. a. phytosanitäre Zertifikate, Ein- und Ausfuhrdeklarationen und Kontrollen auf beiden Seiten, sowie Änderungen bei der Umsatzsteuererhebung.

Das Abkommen zwischen der EU und Großbritannien ändert also nichts an den bereits mitgeteilten phytosanitären Anforderungen und an den Zollformalitäten bei Exporten nach Großbritannien ab 01.01.2021.

Für Zierpflanzenexporte nach Großbritannien gelten laut dem Abkommen allerdings sog. Ursprungsregeln. Das bedeutet, dass nur Produkte mit EU-Ursprung nach diesem Handelsabkommen Anspruch darauf haben, mit 0 % Einfuhrzoll belegt zu werden. Ursprung bedeutet für Schnittblumen und Pflanzen: das Land, in dem sie angebaut bzw. geerntet wurden.

Wie mit Schnittblumen umzugehen ist, die außerhalb der EU erzeugt wurden und über die Niederlande abgesetzt werden, ist daher eine komplexe, praktisch noch nicht geklärte Fragestellung. Diese Produkte haben im Prinzip ebenfalls Anspruch auf die 0 %-Einfuhrverzollung, aber nicht auf Basis des Abkommens zwischen der EU und Großbritannien, sondern auf der Basis von Verträgen wie dem Vertrag zwischen Kenia und Großbritannien oder auf der Basis von Präferenzregeln Großbritanniens für Entwicklungsländer, wie für Blumen aus Äthiopien.

RFH/VBN werden Gespräche mit den Zollbehörden führen, um kurzfristig Klarheit darüber zu schaffen, wie der Export von Schnittblumen ohne EU-Ursprung nach Großbritannien dokumentiert werden muss, um auch für diese Produkte die Verzollung mit 0 % bei der Einfuhr in Großbritannien zu erreichen. Wir werden uns dabei mit dem VGB abstimmen.

Wir stehen auch in engem Kontakt mit dem niederländischen Ministerium für Landwirtschaft, das untersucht, ob Absprachen mit Großbritannien über eine vereinfachte Verfahrensweise getroffen werden können.

Bei Fragen einzelner Betriebe und dem Wunsch weiterer Informationen zum Export nach Großbritannien möchten wir nochmals auf die Internetseiten der NVWA, des niederländischen Zolls (Douane) und des niederländischen Brexit-Büros hinweisen.

Fragen, die Sie an das Brexit-Team von RFH stellen wollen, können Sie an die E-Mail-Adresse unseres Brexit-Webinars senden:


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