Royal FloraHolland - Mitgliederrat: Tarife 2021 und zeitweilige Befreiung von der Provision für internationale Transaktionen außerhalb der Versteigerung (BVO)

16. Dezember 2020
Royal floraholland ledenraadvergadering10dec

Am 10. Dezember 2020, dem Tag der Genossenschaft, fand auch die letzte diesjährige Sitzung des Mitgliederrates statt. Der Mitgliederrat hat darin den Tarifen für 2021 zugestimmt. Außerdem wurde über eine zeitweilige Befreiung von der BVO auf bestimmten internationale Handelsrouten abgestimmt. Des Weiteren stand die Immobilienplanung von Royal FloraHolland auf der Tagesordnung.

Tarife 2021 beschlossen: Was ändert sich?

Der Mitgliederrat hat den Tarifen für Mitglieder zugestimmt. Diese ändern sich 2021 nur geringfügig. Im Wesentlichen gibt es folgende Änderungen:

  • Die Partie- und die Karrengebühr werden um 2 % erhöht.
  • Der Mietpreis für das Pfand-Ablegefach wirdt erhöht, sodass er die operativen Kosten besser abdeckt.
  • Die Vergütung bei Benutzung einer Anzahl von Verrechnungscodes wird gesenkt (1 oder 2 Eurocent).
  • Der Mietpreisstruktur von Mehrweg-Blumeneimern und -aufsatzständern wird geändert.
  • Nicht verkaufte Produkte in A1-Qualität werden weiterberechnet und der Nichtverkaufstarif erhöht sich, um die Kosten zu decken. Dadurch zahlen die Gärtner die Kosten für nicht verkaufte Produkte künftig selbst, nicht mehr die Genossenschaft.

Im Jahr 2022 wird sich die Tarifstruktur voraussichtlich ändern. Diese Änderung wird nötig sein, um neue Dienste von Royal FloraHolland zu integrieren und ein Mitgliedschaftsmodell umzusetzen, das verschiedenen Gärtner-Betriebstypen gerecht wird. Im Januar organisiert das Regieteam Mitgliedschaft dazu eine zweite Runde Anhörungssitzungen.

Zeitweilige Befreiung von der BVO-Provision auf bestimmten internationalen Handelsrouten

Der Mitgliederrat hat auch dem Vorschlag zugestimmt, die Pflicht zur Zahlung der BVO-Basisprovision zeitweilig aufzuheben. Diese Befreiung kann jedes Mitglied in Anspruch nehmen, das Handel auf einer Route betreibt, auf der die Bezahlung (noch) nicht von Royal FloraHolland unterstützt werden kann.

Dabei geht es um Handelsrouten außerhalb des SEPA-Raums. SEPA bedeutet Single Euro Payments Area, zu deutsch Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. SEPA ist der Standard für bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa. Der SEPA-Raum umfasst 36 Teilnehmerstaaten.

Die Befreiung gilt, solange für diese Handelsrouten noch keine neue finanzielle Dienstleistung entwickelt wurde. Sobald diese bereitgestellt wird, etwa durch die Möglichkeit, über Royal FloraHolland abzurechnen, entfällt die Befreiung für die Handelsroute und die BVO-Provisionspflicht tritt in Kraft. Die zeitweilige Befreiung unterliegt der für alle Mitglieder geltenden Bedingung, dass die Mitglieder vollständige Transparenz über die BVO-Handelsströme herstellen. Der Mitgliederrat empfiehlt den von der BVO-Provisionspflicht befreiten Mitgliedern, sich voll dafür einzusetzen, dass sich die Käufer auf den noch nicht unterstützten Handelsrouten bald Royal FloraHolland und Floriday anschließen.

Dieser Beschluss ist wichtig, da wir eine Marktsituation beobachten, die sich schnell ändert. Es ist dabei von allergrößter Bedeutung, dass wir als Kollektiv weiter bestehen bleiben.

Schwere Entscheidung

Der Mitgliederrat hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, da Argumente dafür und dagegen sprechen. Eine der maßgeblichen Abwägungen betraf die Bedeutung des Erhalts des Mitgliederbestands und der erreichten Größenordnung in unserem Markt. Die Größenordnung ist für die Plattformstrategie von Royal FloraHolland von entscheidender Bedeutung. Letztlich hat eine Mehrheit des Mitgliederrates dem Vorschlag nach reiflicher Überlegung zugestimmt.

Wollen Sie mehr über die getroffenen Abwägungen erfahren? Dann lesen Sie den Artikel:

Immobilienplanung

Außerdem wurde mit dem Mitgliederrat über den Immobilienbestand von Royal FloraHolland gesprochen. Ein wichtiges Thema, da über die Hälfte der Bilanz von Royal FloraHolland aus Immobilien und grundstücksverwandten Wirtschaftsgütern besteht. Die Umsetzung der Strategie und die neue Logistik führen zu einem geänderten Immobilienbedarf. An manchen Standorten wird der Bestand erweitert oder erneuert, an anderen reduziert.

Verkauf von Gebäuden und Grundstücken

Daher wird auch ein eventueller Verkauf des Eigentums oder eines Erbbaurechts an Grundstücken untersucht, die Royal FloraHolland selbst nicht mehr benötigt und die bestimmten Kriterien entsprechen. Diese Kriterien (Rahmenbedingungen und Ausgangspunkte) wurden mit dem Mitgliederrat besprochen.

Der Mitgliederrat hält es für richtig, wenn der Immobilienbestand sorgfältig beobachtet wird. Er unterstützt die aktive Bearbeitung dieses Themas und die weitere Konkretisierung der Pläne. Keine Entscheidungen zu treffen oder nichts zu tun, kostet nämlich auch Geld. Der Mitgliederrat empfiehlt allerdings, einen eventuellen Verkauf einzelner Objekte gut zu dosieren und sorgfältig auf eventuelle Änderungen des Bebauungsplans zu achten, falls dies zur Debatte steht. Es muss immer Ausgangspunkt von Royal FloraHolland sein, selbst die Regie über die physischen Marktplätze zu behalten.

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