Royal floraholland hortifootprint3 455x256

Welche Auswirkungen hat der Anbau von Pflanzen oder Blumen auf die Umwelt? Immer öfter wollen Verbraucher und Einzelhändler das wissen.

Derzeit existiert noch kein Standard, um dies zu berechnen. Doch es wird intensiv daran gearbeitet. Wir erklären Ihnen HortiFootprint - in fünf Antworten.

1. Eine Standardmethode zur Berechnung der Umweltauswirkungen unserer Pflanzen und Blumen. Wozu braucht man das?

Weil der Markt es nachfragt. Immer öfter wollen Käufer und Verbraucher wissen, welche Umweltauswirkungen Zierpflanzen haben. Die Umweltauswirkungen auszuweisen, ist heute noch nicht vorgeschrieben. Wir erwarten aber, dass die EU entsprechende Vorschriften erlassen wird. Also ergreifen wir als Branche gleich die Initiative.

Piet Briët (Royal FloraHolland):
"In naher Zukunft werden die Einzelhändler nur noch Produkte verkaufen, deren Umweltauswirkungen bekannt sind. Dabei geht es auch um Pflanzen und Blumen. Wir als Zierpflanzenbranche wollen dies genau nachweisen können."

2. Gibt es für uns als Gärtner auch Vorteile oder Chancen?

Ja. HortiFootprint ist auch eine gute Methode, Ihren Betrieb einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Denn starke Umweltauswirkungen gehen oft mit unnötig hohen Kosten einher. Die Praxis zeigt schon jetzt, dass beim Verbrauch von Gas und Strom noch viel getan werden kann. Das ist gut für die Umwelt, aber auch für Ihren Geldbeutel.

Außerdem können Sie sich damit von ihren Wettbewerbern im Markt unterscheiden. Wenn
Sie beispielsweise Rosen mit geringen Umweltauswirkungen züchten, wird
Ihr Produkt für eine bestimmte Käuferschicht attraktiver.

Karolien Tesselaar (Tesselaar Alstroemeria)
"Ich verwende HortiFootprint auch als Managementtool für unseren Betrieb. Wir erkennen damit deutlich die größten Kostenpositionen. Diese gehen wir gezielt an. Ein Jahr später berechnen wir alles erneut. So wissen wir genau, wo wir gerade stehen."

3. Wie sieht HortiFootprint aus?

Wir berechnen die Umweltauswirkungen auf der Basis eigener Betriebsdaten. Als Gärtner registrieren wir schon jetzt unseren gesamten Verbrauch an Dünger, Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmitteln. HortiFootprint geht einen Schritt weiter. Seine Berechnungsmethode arbeitet mit 16 Indikatoren. Dazu zählen u.a. die CO2-Emissionen, der Einsatz von Schadstoffen, die Wiederverwertung von Reststoffen, der Flächenverbrauch und die Wasserverschmutzung.

Es gibt auch heute schon Softwarelösungen, mit denen Sie Ihre Umweltauswirkungen berechnen können. Die darin verwendeten Berechnungsmethoden sind noch sehr unterschiedlich. Sollte HortiFootprint demnächst als Standard akzeptiert werden, arbeiten alle nach denselben Regeln. Die Nutzung einer Software A führt dann zum gleichen Ergebnis wie bei Software B.

Piet Briët (Royal FloraHolland):
"Mit einer Standard-Berechnungsmethode, die international anerkannt ist, können wir den Wünschen des Marktes besser entsprechen."

4. Geht es bei HortiFootprint auch um unsere Anlieferer und Kunden?

Ja. Die Umweltauswirkungen unserer Produkte beginnen und enden nicht bei den Gärtnern. Werden Ihre Blumen in Afrika gezogen und dann per Flugzeug in die Niederlande transportiert? Dann hat das Auswirkungen auf die Umwelt. HortiFootprint setzt den gesamten Lebenszyklus von Blumen und Pflanzen ins Bild.

Da bald alle dieselbe Berechnungsmethode nutzen , können wir dann auch diskutieren. Und zwar über intelligente Lösungen, mit denen wir die Umwelt entlasten. Dabei muss die gesamte Erzeuger- und Handelskette mitmachen. Durch HortiFootprint können wir wirklich gemeinsam etwas tun. Gemeinsam finden wir Lösungen, die für alle praktikabel sind. Besser geht es nicht.

Karolien Tesselaar (Tesselaar Alstroemeria):
"Da wir ständig an der Verkleinerung unseres Fußabdrucks arbeiten, orientieren wir uns auch außerhalb unseres eigenen Horizonts. So kamen wir über das Netzwerk Benefits of Nature mit einem Testpartner in Kontakt. Gemeinsam untersuchen wir, ob wir aus den Grünabfällen der Alstroemeria Düngemittel gewinnen können. Eine Win-Win-Situation: weniger Abfall und dafür Düngemittel.

5. Wie geht es weiter?

Im ersten Quartal 2020 werden wir das Konzept für die Berechnungsmethode vorstellen. Bis Ende 2021 wollen wir zum europäischen Standard werden. Damit können wir den Anforderungen der Branche, des Staates und der Einzelhändler genügen. Und wir können den Gartenbaubetrieben eine fundierte Antwort auf die Frage geben, wie nachhaltig ihre Erzeugnisse sind.

Wir entwickeln Hortifootprint gemeinsam mit:

• ABN AMRO Bank N.V.
• Blonk Consultants
• Glastuinbouw Nederland
• GroentenFruit Huis
• MPS
• PRé Sustainability
• Rabobank
• Stichting Benefits of Nature
• Wageningen Economic Research

Verwandte Nachrichten